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30. März 2026

In FunFacts (auf YouTube) ordnen wechselnde prominente Hosts das politische Weltgeschehen viermal in der Woche „aus einer konsequent aktivistischen und linken Perspektive“ humoristisch ein. /via DWDL

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Sachsen-Anhalt im Fokus

Detektor.fm startet den wöchentlichen Newsletter und Podcast "Dazwischen" – aus, für und über Sachsen-Anhalt.

Das Projekt wurde auch mithilfe von Förderprogrammen finanziert und wird bis Ende 2027 das Bundesland unter die Lupe nehmen. Ziel ist, „einen interessierten, ausgewogenen und differenzierten Blick auf Sachsen-Anhalt zu liefern“ – und das Besondere: Hier berichtet kein "West-Medium" über den Osten, sondern hier kommt ein ostdeutsches Team und will neutral und offen über Menschen und Land berichten - für ganz Deutschland unvoreingenommen. Das hier ist nicht die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung mit einer Agenda (und ohne Chefredakteur) "aus dem Osten, für den Osten", sondern echter Journalismus.

Sachsen-Anhalt wird im Sommer wieder der "Zoo für Westjournalisten", die in den Osten kommen um O-Töne mit sächsischem Dialekt und Fascho-Inhalten abzugreifen, während sich Friedrich Merz erfolglos abmühen wird, die AfD klein zu machen … Am 06. September dann gibt es hier dann wohl zum ersten Mal den Fall, dass die als rechtsextrem gesicherte Partei die stärkste Partei wird und das demokratisch erwirkte Vorrecht hat, den Ministerpräsidenten zu stellen. Es sei denn, es dreht sich noch was.

Als jemand, der hier 2 Kilometer hinter der Landesgrenze innerhalb des Bundesland lebt gruselt es mich. Als links-denkender, klimabesorgter Demokrat mit queeren Familienmitgliedern stehe ich mit Sorge, Unverständnis und wachsender Wut einer Traube von Menschen in diesem Land gegenüber, die nie Ausländer sehen, alle Autos und Eigenheime haben und trotzdem "gegen die da oben" meckern und sich sehnlichst einen Diktator wünschen …

81 Jahre nach dem Ende des faschistischen Regimes in Deutschland. 37 Jahre nach dem Ende des Regimes der DDR.
Und wir stehen vor einer Zeitenwende, in der Menschen allen Ernstes – und diesmal vollständig aus eigenen Stücken und frei von Manipulation! – eine faschistische Partei wählen wollen. Na prima.

Daran wird das detektor.fm-Projekt nichts ändern. Aber vielleicht erweitert es den Horizont auch einiger betonköpfiger Politiker und Berichterstatter. Es ist kein Trost, dass "immerhin 60 % der Sachsen-Anhaltiner:innen" politisch einigermaßen stabil scheinen – oder zumindest keine Fascho-Partei wählen. Auf der anderen Seite mag ich es auch nicht, wenn an all den hier lebenden Menschen dieses Schild pappt. In Sachsen-Anhalt zu wohnen ist ein Makel – und den müssen wir überwinden, denn auch wenn ich hier wohne, bin ich familiär und politisch so weit weg von diesem Label wie nur möglich.

Insofern: Abonnieren, zuhören. Das alles ist keine Einbahnstraße. Und da geht es nicht darum, AfD-Wählern zuzuhören – mein Verständnis dafür, dass jemand diese Partei wählt mit allen Fakten, die auf dem Tisch liegen, ist mittlerweile gleich Null. Es geht darum, den Rest zu stärken statt alle hier lebenden Menschen mit dem Label zu versehen und das Land abzuschrieben.

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28. März 2026

Neue Seiten purebloggen…

Seit einigen Wochen beobachte ich bereits, wie Kev Quirk sein kleines neues Baby Pure Blog erschafft – und wie es auch in der deutschen Blogwelt langsam Verbreitung findet. Pure Blog ist ein statisches kleines Blogsystem, dass sich auf das Nötigste fokussiert: Bloggen, ohne schnick oder schnack.

Genau sowas hatte ich eine ganze Weile lang gesucht, um damit für meinen kleinen Social-Media-Newsletter eine neue Heimat zu bauen: Statisch, Markdown, klein. HTMLy war meine erste Wahl, mit Publii hatte ich auch kurz rumgespielt. Alle viel zu umfangreich für eine kleine Seite, auf der ich ab und an mal einen Artikel veröffentlichen will …

Jetzt gab Kev in den letzten zwei Wochen nochmal extra Gas, und so ist Pure Blog jetzt auch in meinem Projekt im Einsatz.

Wo ich pure blogge: Social Media Morgen

An diesem Wochenende endet mein Social-Media-Newsletter 'sieben:30' nach 397 Ausgaben. Ab Montag erscheint er unter dem Namen Social Media Morgen - der Social-Media-Newsletter.

Und unter der Haube der Seite läuft Pure Blog.
Doch, ja. Auch, wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht.

Noch fehlt eine mobile Navigation & die Ladezeit ist etwas lang – aber ich hab' ja noch den Sonntag zur Optimierung … Die Schriftart und das blendete weiß sind noch nicht ideal. Aber am Ende hatte ich mir die Deadline gesetzt und mit ein paar Macken ausrollen ist besser als nicht ausrollen.

Neben der Software, dem Namen und dem Look ändert sich auch der Mail-Anbieter: Von Brevo wechsle ich zu MailerLite. Damit komme ich dem Wunsch von Leser:innen nach, nicht mehr über Brevo-Domains zu tracken – eigentlich das einzige Problem mit Brevo, mit dem ich sonst in den letzten beiden Jahren vollends zufrieden war; aber man kann das Tracking einfach nicht abstellen. MailerLite nutze ich jetzt bereits seit zwei Jahren für den UberBlogr-Newsletter …

Na dann. Ende März macht alles neu.
In diesem Fall: fast.

… und dann spiele ich seit einiger Zeit mit dem Gedanken, hier privat vielleicht auf kirby zu wechseln, weshalb ich das seit 8 Wochen fertige Template hier auch nicht installiere. Und eigentlich habe ich gegen das von mir eingesetzte ClassicPress überhaupt nichts einzuwenden. Auf der anderen Seite sind Blogs sowieso ja nur sexy, wenn sie sich in einem immerwährenden Prozess der Entwicklung befinden …

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27. März 2026

Vom Sterben – dem echten und digitalen

In den letzten Tagen gab es um mich herum ein paar Abschiede. Abstraktere, zum Beispiel von "Netzbekanntschaften" wie Oswald Prucker und "Oppa Ömmes". Aber auch im direkten Familienumfeld.

Wirklich Zeit mich damit auseinander zu setzen hatte ich bisher nicht.
Das liegt an den "externen Gegebenheiten", aber auch daran, dass ich das Thema ungern an mich ran lasse.

Dem Tod haftet eine Seite an, die wir zu gern verdrängen.
Dabei ist er nach unserer Geburt das Einzige, dass wirklich gewiss ist. Wir feiern jedes Jahr, dass wir noch da sind? Vielleicht hat es auch damit zu tun, dass über all dem hängt, Wünsche und Träume nicht verwirklichen zu können, weil das Ende im Grunde schon feststeht – nur eben nicht, wann es kommt.

Was mich dabei gerade aber ein bisschen mehr umtreibt als die emotionale Ebene (zu der ich als gestörter alter Mann sowieso scheins keine enge Beziehung habe) ist die Frage: Was wird eigentlich aus meinem digitalen Erbe?

Also, einfach mal blöd gesagt: Meine Frau hat zwar Zugang zu meinem Passwort-Vault – einen Überblick, über meine Social-Accounts, Webseiten und anderen kleinen Projekte wie UberBlogr oder meinen Newsletter aber hat sie nicht.

Wenn ich mal weniger glücklich vom Fahrrad fallen sollte verstumme ich auch im Netz, und ihr werdet es nie erfahren. Jetzt will ich meine Rolle keinesfalls größer machen, als sie auf dem Planeten ist (ich kleines Sandkorn am Strand). Aber trotzdem …

Deshalb denke ich gerade: Brauche ich irgendwo in meinen Claude AI-Routinen einen "Todmannschalter"? Eine Mail und Blogtext, die verschickt werden, eine alles löschende Routine – ausgelöst, wenn ich mich mal eine Woche nicht melde.

Mit KI einfach lösbar.
Vielleicht richte ich das mal ein …?

Wie gehst du das Thema an?
Schreib mal hier oder bei dir im Blog und lass einen Link hier – ich bin wirklich neugierig: #digitalesErbe

… die Vorstellung, dass KI für mich weiter auf Threads und Instagram postet, wenn ich nicht mehr bin fühlt sich übrigens komisch an – erinnert mich mehr an eine bestimmte Black Mirror, als eine erstrebenswerter Zukunft. Aber vielleicht ist das die kommende Erinnerungskultur? Wenn Claude AI mich imitieren und programmieren kann, steht nichts mehr im Wege, einfach im Netz unsterblich zu sein?!

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Damn. Thomas D droppt zum Freitag einfach mal ein mächtig gutes Ding: "Kurz zu mir".

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23. März 2026

Letztes Semester an der Academy

Star Trek: Starfleet Academy wird nach der (bisher nicht ausgestrahlten) Staffel 2 beendet.
Das berichtet Variety – auf die Meldung können sich all die "Fans" jetzt einen runterholen, die es natürlich schon vor der ersten Episode gewusst haben, dass das passiert. Alle jene, die den Untergang des Roddenberry'schen Abendlandes in der Serie sahen. Das Nummer 2-Feindbild (nach Discovery).

Ich fand die 1. Staffel von Academy tatsächlich ausgesprochen gut (und bin noch nicht dazu gekommen, die finale Episode zu schauen!). Ich hatte das Gefühl, dass das Team um Alex Kurtzman es tatsächlich nach 10 Jahren verstanden hat, was Star Trek ist – und kann.

Ich freue mich sehr auf Staffel 2 und darauf, noch ein bisschen Zeit mit Holly Hunter verbringen zu dürfen.
Der gefühlt meistgehasste Captain nach Michael Burnham, weil sie nicht in männliche Rollenbilder passt.

Die Diskussionen um Starfleet Academy auf Social Media habe ich allesamt ausgeblendet. Das Fandom – oder jene, die sich als solches bezeichnet – wird mit jedem Jahr seit 2oo9 toxischer. Academy hatte bei den Lautesten unter ihnen nie eine Chance – da hätten Kurtzman und Co. alles tun können.

Mit dem nun auslaufenden Academy und Strange New Worlds dürfte die Kurtzman-Ära für Trek enden.
Ich bin gespannt, wie wir in 20 Jahren darauf zurückblicken werden … und ob Trek im Fernsehen weitergehen wird. Mit einer so lauten, toxischen Fanschar im Rücken, würde ich mir als Paramount überlegen, ob ich in den kommenden Jahren weiter Millionen in das Franchise stecke …

Was mir am meisten aufstößt ist nicht sachliche Kritik. Sondern diese Überheblichkeit, die da zuweilen mitschwingt.
Wenn ich Academy mag, kann ich unmöglich ein "echter" Star Trek-Fan sein.
Wenn du es nicht magst, total fein. Aber wieso auf dem hohen Roß sitzen, und mit aller Macht jenen erklären wollen, denen es Freude bereitet, dass sie nicht "wahr" sind, oder nur dumm sein können? Allein schon die Anspruchshaltung, dass dieses oder jenes kein "Star Trek" sei. Prinzipiell ist alles Trek, woran Paramount das Label pappt. Ob ich das in meinen "Head-Canon" mit einbaue, oder ob ich das qualitativ gut finde, ist eine vollkommen andere Diskussion – die kann man aber ganz anders führen, als sie oftmals geführt wird.

Gehe ich mit allem mit, was TrekFM, Discovery Panel oder Trek Am Freitag (für die ich sogar bezahle) zu meiner Lieblings-Serie Deep Space Nine sagen, zu Voyager oder Academy? Nein … aber die gehen fair mit den Serien um – etwas, dass ich an vielen Orten in Social vermisst habe.

Just my (very long) 2 cents.

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21. März 2026

„Die einzige Zukunft, die wir erschaffen, ist die, die wir uns vorstellen können“

Die einzige Zukunft, die wir erschaffen, ist die, die wir uns vorstellen können. Wir müssen uns eine positivere und hoffnungsvollere Zukunft ausmalen, damit wir sie auch bauen können. […]

Wir neigen dazu, zu überschätzen, wie sehr sich die Dinge kurzfristig verändern, und zu unterschätzen, wie sehr sie sich langfristig verändern werden. In der Realität bedeutet das, dass wir meistens mehr Zeit haben, als wir denken, um Innovation und Disruption richtig anzugehen.

Führungskräfte setzen sich selbst enorm unter Druck, ständig alles umwälzen zu wollen. Das Ergebnis ist, dass sie Chancen verpassen, weil sie zu sehr darauf fixiert sind, dem hinterherzujagen, worüber alle anderen gerade reden. Echte Innovation und Disruption sind strategisch und entstehen im Laufe der Zeit durch die Verpflichtung, eine Veränderung wirklich herbeizuführen – nicht indem man einfach dem folgt, was alle anderen tun.

Rohit Bhargava im Interview mit Thomas Knüwer.

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20. März 2026

Grüne Schuld

Stau auf der A9? Bier zu teuer? Schlechtes Wetter? Dieser Chatbot erklärt dir mit messerscharfer Logik, warum wirklich an allem die Grünen schuld sind.

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Social-Media-Verbot: Mehr Tempo gefordert

Jeder Monat, den wir warten, schadet Kindern und Jugendlichen“, sagt Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Günther, und erneuert seinen Aufruf für ein Social-Media-Verbot für Jugendliche. Er könne sich sogar ein Verbot für alle unter 18 vorstellen.

„Beim Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche muss mehr Tempo rein“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig.

Mehr Tempo.

Dem 'Focus' erzählt Bildungsministerin Karin Prien derweil, dass Kinder in Sozialen Medien „faktisch völlig unreguliert“ zum Beispiel mit Gewalt und Pornografie konfrontiert seien – und bringt auch WhatsApp Klassenchats ins Spiel. Es sei „Meine feste Überzeugung ist, dass wir auch ein Social-Media-Verbot brauchen“, sagt sie.
Wie sehr kann man da noch Ernst nehmen, dass Prien eine 'unabhängige' Kommission einsetzte, die bis zum Sommer ihre Ergebnisse und Vorschläge präsentieren soll, ob und wie ein Social-Media-Mindestalter kommen soll, wenn der Auftraggeber doch schon eine vorgefertigte Meinung hat?

Allen dreien ist bei ihrem lautstarken "Aber denkt doch mal jemand an die Kinder"-Populismus offenkundig egal, was Experten sagen. Die führen nämlich meist an, dass es an belastbaren Studien fehle, ebenso wie an Bildung für Medienkompetenz – der Grundlage.

Ich frage mich auch: Wieso reden wir eigentlich dauernd darüber, Menschen auszusperren – statt Plattformen zu regulieren?
Es gibt kein Recht darauf, abgehackte Köpfe, Gewalt, Pornographie, Hass, Beleidigungen, Dickpicks und Mobbing zu sehen. Auch nicht für mich als Erwachsener. All das dürfen TV, Radio und Zeitung auch nicht verbreiten. Wie wäre es mal damit, Plattformbetreiber und Täter zu bestrafen, statt Opfer auszusperren?

Prien denkt nicht nur an ein Kinder-Verbot für Social Media.
Fast möchte aufhorchen, wenn sie das Wort "Regulierung" in den Mund nimmt. Aber ich befürchte, das nutzt sie als Synonym für "Verbot": „Ich glaube, wir müssen nicht nur über Social-Media-Regulierung, sondern auch über Messengerdienstregulierung sprechen.“

Ich wundere mich immer.
Von Social Media habe ich ein bisschen Ahnung – die Politik offenkundig ein bisschen weniger und diskutiert es trotzdem mit einer Chuzpe, die ich bisweilen erstaunlich finde. Wenn die Politik von anderen Themen, von denen ich keine Ahnung habe, genauso agiert … hui.

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Ich überlege jetzt seit drei Minuten, welchen Satz ich aus jawls Text über Menners zitiere, um dir zu sagen, dass du den lesen sollst. Die sind alle gut – und beschreiben im Grunde das Problem: Wir Männer leben konsequenzlos und überschreiten dann Linien, weil wir es entweder cool finden, oder nie gelernt haben, dass etwas Konsequenzen hat – mit denen müssen sich meist nämlich Frauen auseinandersetzen. Also lesen. Trifft ja – nicht nur, aber vor allem – auch im Umgang mit Frauen zu.

Hashtag Ulmen.

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