2026 wird das Jahre des KI-Push-Backs.
Analoge Geräte sind im Trend. Und Unternehmen werden sich im Bereich Kreativität positionieren (müssen), weil es Kunden zunehmend tun.
Keine allzu steile These, sondern unter Beobachtern in Marketing- und Kommunikationskreisen eigentlich Konsens. Erste Vorboten sind der Backlash, den Coca-Cola und McDonalds mit ihren Weihnachtsspot erfuhren. Oder neulich Wagner Pizza (in kleinerem Rahmen) auf Threads.
Das stellt Plattformen wie Instagram und YouTube vor sowas wie eine Zerreißprobe.
Denn auf der einen Seite müssen sie als Plattformen KI-Tools und Slop pushen, einfach weil ihre Mutter-Unternehmen Meta und Google massiv Geld in KI stecken und irgendwie wieder Umsätze damit rausholen müssen (weshalb sie KI in jedes noch so dumme Produkt pressen). Zum anderen müssen sie aber Creator und ein Publikum bei der Stange halten, die "Handgemachtes" neu schätzen lernen und langsam gegen KI-Slop und Fake-Inhalte meutern.
Die Zerrißenheit kann man dann in so Briefen lesen, wie er jetzt von YouTube CEO Neal Mohan veröffentlicht wurde. Darin schreibt er sinngemäß: Ja, wir sind gegen KI-Slop, aber hier sind neue Werkzeuge, mit denen Creator einen KI-Avatar bauen können, um so noch mehr Shorts-Videos billig zu produzieren.
Derweil schlagen sich einige Firmen deutlich auf die "Keine KI bei uns"-Seite.
Drei Schlagzeilen aus den letzten zwei Tagen:
Ich freue mich tatsächlich über derlei Schlagzeilen. Denn so sehr man darüber reden kann, dass generative KI Menschen auch dabei hilft ihre Kreativität auszuleben, gibt es einen Unterschied zwischen Slop, Fanart und in gewisser Weise kommerzieller Kunst. Und mein Mantra war immer: Wir werden Handwerk und Echtheit wiederentdecken und mehr wertschätzen – vielleicht sogar mehr, als bisher.
Derzeit ist's ja in auf das Jahr 2016 zurück zu blicken.
Machen wir das mal in 18 Bildern – die nur die Hälfte der Wahrheit erzählen. Denn 2016 hat mir eigentlich ziemlich hart die Fresse poliert und dann keine Fotos davon gemacht … Mehr dazu hier. Die schicke Seite von 2016 gibt es aber jetzt:
Detroit im Januar.
Los Angeles im Februar.
Genf im März.
Die beiden besten Aprilscherze, die ich jemals hatte.
Beijing im April.
Auf die Fresse im Mai, Juni, Juli, August.
Neuanfang bei TLGG im September.
Paris im September.
Grusel im Oktober.
Dunkelheit im November, Dezember.
Star Trek: Starfleet Academy gesehen – Episode 1 und 2.
Eine neue Star Trek Serie bekommt man nicht aller Tage – auch, wenn man sie durchaus derzeit aller Jahre bekommt. Und obwohl ich nie ein Fan der Idee einer "Starfleet Academy"-Serie war – die schon seit den 1990ern immer wieder umhergeht –, gucke ich mir alles Star Trek an. Ja, weil ich Trek nunmal liebe.
Also, ab ins 32. Jahrhundert. Ab auf die Academy.
Meine ausführlichen Kritiken zu beiden Episoden findest du hier. Während mich Episode 1 richtig abgeholt hat, war mir Episode 2 ein bisschen zu sehr Teenie-Romanze-Verfilmung.
Mein Take
Ich liebe Holly Hunter und Gina Yashere in ihren Rollen.
Die Kadetten sind mir alle ein bisschen zu schnöselig. Aber es ist eben eine Teenie-Serie: Euphoria meets Star Trek. Damit kann ich leben und nehme mir eben die Anknüpfungspunkte, die ich finde.
Kein Anknüpfungspunkt für mich sind der Doktor der Voyager (wieso ist der da?) und die verwendete Sprache ("Fischpenis", "Chill mal", "Arschloch", … Star Trek muss sprachlich zeitlos sein und sich von Jugendsprache lösen, das ist nicht cool, sondern faul) sowie die andauernden Slapstick-Nummern, die eingebaut werden.
Die Sets sind, wie immer in neuem Trek, überbordend. Ich liebe die neue Brücke. Ich liebe, wie Holly Hunter auf dem Chair hockt oder barfuss durch das Schiff streift – dass genau diese Dinge von vornehmlich alten weißen Männern online kritisiert werden zeigt, wie toxisch das Fandom mittlerweile ist.
Ich kann nachvollziehen, weshalb man auf Produktionsseite gewisse Entscheidungen getroffen hat – in der Story, ebenso wie der Umsetzung. Das Problem: In neuem Trek triggert man auf der einen Seite gern Nostalgie und versucht, sich mit einem "James T. Kirk Pavillon" oder einem "Boothby Park" an alte Fans ranzuwanzen, verstößt dann aber gegen fundamentale Regeln des Universums – und die reißen mich dann hier und da raus. Sprache ist das eine, dass andere sind so Details wie: Wieso nutzen Betazoiden plötzlich Gebärdensprache, statt Telepathie?
Ich bin gespannt, wie es weitergeht.
Ich habe bisher jedes Star Trek geschaut – und ich will aufgeschlossen sein. Star Trek seit 2009 ist deutlich mehr ein Kind seiner Zeiten als "altes" Star Trek. Für mich stellt sich oft die Frage, wie gut das altern wird. Werde ich mir in 20 Jahren "neues" Trek noch ebenso gern und gut anschauen, wie TOS und das Trek der 90er? Ich hab' da meine Zweifel … aber mal sehen.
Womit ich überhaupt keine Probleme habe, sind visuelle Updates. Neue Interpretationen. ABER: Man muss eben gute Geschichten erzählen. Das ist, was bleiben wird. Und das kommt mir bei neuem Trek ab und an zu kurz. Spannenderweise habe ich bei Discovery und Picard da deutlich mehr zu meckern, als bei Strange New Worlds … Aber es muss eben nicht immer um die universelle Bedrohung, Rache, oder Waisen- und Wunderkinder gehen … Immerhin verschont uns Academy mit einem neuen Familienmitglied von Spock.
Was mich an altem Trek oftmals umhaut: Es faszinierte mich als Jugendlichen auf einer Ebene. Und manche Folgen schaffen es dann 30 Jahre später, mir als Erwachsenen nochmal eine andere Ebene zu zeigen und neue Interpretation. Sicherlich nicht jede Episode, aber manche.
Dem ganzen Gedisse online, der Nörgelei und dem Hass will und kann ich mich nicht anschließen. Star Trek hat unheimlich viele Facetten und mir muss nicht jede Folge oder Serie gefallen. Aber ich muss anderen deshalb auch nicht den Spaß verderben oder den Machern grundsätzliche Unfähigkeit unterstellen.
Academy ist nicht für mich alten Mann gemacht, ich finde aber Aspekte, die mir gefallen. Auf der anderen Seite bspw. finde ich das von vielen Trekkies über den Klee gelobte "The Orville" ziemlich öde. Aber ich wettere auch nicht permanent online dagegen (dass das viele Trekkies lieben, könnte aber – wo ich so drüber nachdenke – erklären, wieso es in Academy immer wieder diese Slapstick-Einlagen gibt…).
Lass die Leute doch einfach Spaß haben. Und wenn du es nicht magst: Geh zu HBO, Apple, Prime, Netflix und schau' was anderes. "The Pitt" ist empfehlenswert … oder: Bleib bei Paramount und snacke eine der guten, alten 90er-Jahre-Trek-Serien erneut. Es ist doch nichts Schlimmes daran, wenn ich zugebe: Deep Space Nine ist für mich meine Heimat, ich LEBE dort und liebe es dort. KEINE andere Star Trek-Serie wird für mich jemals so sein, wie DS9. Aber deswegen muss ich den Rest doch nicht in den Dreck ziehen und gegen Macher, oder auch Stars und Fans persönlich werden …(Und natürlich beteilige ich mich hiermit an der Diskussion … und auch ich hab' ja Kritik; ich würd' aber nie sagen "Discovery ist Kacke und alle Disco-Fans sind dumm" – auf dem Niveau bewegen wir uns aber mittlerweile oft)
… und jetzt mal ehrlich: Wer Academy als Tod von Trek, das Schlimmste von Trek, das Ende sieht – der hat weder Star Trek: Section 31 noch TOS: "Spocks Brain" jemals gesehen *hihi
"Es lebe der König"*, titelt die ZEIT angesichts des grotesken Akts, dass María Machado ihren Friedensnobelpreis an Donald Trump weitergegeben hat.
Ganz klar ein Manöver, damit Trump "erlaubt", das Machado nach dem US-Putsch in Venezuela etwas sagen darf … aber in was für absurden Zeiten wir leben.
Über einen Kommentar auf den Kuschelbock aufmerksam geworden. Mich blitzverliebt in diesen Bock Blog. ❤️ (*zugunsten dieses Gags verstoße ich gegen Gebot #1: Es heißt DAS Blog).
Happy Birthday, Wikipedia! Heute vor 25 Jahren wurde der erste nachvollziehbare Edit in der Online-Enzyklopädie gemacht. „In Zeiten von autoritärer Bedrohung, Deepfakes und Desinformation ist die Wikipedia heute wichtiger denn je“, schreibt Netzpolitik – wie könnte ich widersprechen.
Wie 'dick' Wikipedia mittlerweile ist und ein paar andere erstaunliche Fakten für den heutigen Schwatz an der Kaffeemaschine hat das Pew Research Center zusammengetragen. Die meist-editierte englischsprachige Seite der Wikipedia ist übrigens weder über Politik noch Corona, sondern über Wrestling. 🦸♂️
Ich nutze die Wikipedia selbst sehr viel und gern. Für "normale" Themen gar eher die englischsprachige – die finde ich weniger "verkopft". Zur Wikipedia beigetragen habe ich gar schon selbst. Die Einträge zu meiner Heimatstadt und ein paar mehr habe ich angelegt – und das Foto vom BMW X1 F48 stammt auch von mir 😂
'Keine Einigung' zwischen Dänemark und den USA, „Dänemark lehnt eine US-Übernahme Grönlands weiterhin rundweg ab“ … Diese Schlagzeile zu den Gesprächen zwischen den USA, die gern Grönland hätten, und Dänemark (und Grönland), die dem Bully auf dem Schulhof sagen, sie würden gern alleingelassen werden, geistert jetzt durch die Medien.
Und mal ehrlich: "Einigen" über was?
Was für ein Framing treiben wir hier eigentlich gerade?
Trump inszeniert seinen Wunsch nach Grönland, als würde er die feindliche Übernahme eines Wirtschaftsunternehmens planen. Und die Presse spielt mit – dabei vergisst man scheinbar vollständig, dass es sich bei Dänemark um einen souveränen Staat und ein NATO-Mitglied handelt.
Es gab weder ein Angebot, noch ein Willen, noch irgendeinen anderen Anlass um sowas wie eine Einigung erzielen zu müssen. Da gibt es keinen Kompromiss. Es sei denn, wir sind plötzlich alle auf der Seite des Schulhof-Tyrannen, der Prügel androht und wir erklären jetzt alle dem Opfer, das sich verprügeln lassen schon okay ist – oder zumindest Schutzgeld zu bezahlen gut sei.
HBO max ist in Deutschland gestartet. Und natürlich habe ich Opfer mir einen Account gemacht – als wäre ich mit Magenta TV, Netflix, Disney+, Paramount+ und Amazon Prime nicht eingedeckt genug. Aber 'The Pitt', 'One Battle After Another' und 'Superman' stehen halt wirklich noch auf meiner Watchlist. Ichschwör.