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15. Februar 2026

14. Februar 2026

UberBlogr … jede wie sie mag

mthie verlässt UberBlogr und schreibt auf, wieso.

Mich zwickt es,  wenn Menschen gehen – egal, ob sie in meiner persönlichen Blogroll stehen oder nicht; und mthie mag ich gern.

Ich mag aber mal stückweise auf die Abschiedskritik eingehen.

1. KI

Manche Blogs im Ring setzen KI ein – zur Ideenfindung, zur Korrektur, für Bilder.

Wir sind aktuell in der Diskussion um KI dort, wo wir vor ein paar Monaten beim Gendern waren – und da aus "Trotz" manch Blog ausgetreten ist.

Ich mag auch kein KI-Slop in Blogs. Als ich das vor drei Monaten deutlich formulierte gab es nicht nur Zuspruch, sondern auch ordentlich Kritik. Änderte an meiner Meinung nichts: für mich braucht ein persönliches Blog für seinen Inhalt in keiner Form KI – weder für Text, noch Bild (Code schließe ich explizit aus).
Die seit Januar formulierte KI-Regel bei UberBlogr ist aber offener, als meine persönliche Meinung: sie schließt KI nicht aus, nur Blogs, die vollständig mit KI erstellt sind – auch, weil ich schlichtweg nicht alles kontrollieren kann.

Und entlang des Themas und des Einsatzes kann man mächtig diskutieren.
Ich halte es persönlich so: Wer mir KI Futter vorsetzt, und ich es erkenne, fliegt aus meinem Reader. Ende.
UberBlogr ist da nicht so rigide.

2. Es jedem Recht machen

… ein Vorhalt gegen mich: Ich ließe zu viel durch gehen.
Nun, drei Dinge dazu.

  1. Ich lese nicht jeden Beitrag. Wer meint, etwas gefunden zu haben, das sich ungut anfühlt, dem steht es offen, mich zu kontaktieren. Das passiert übrigens regelmäßig und hatte auch bereits Auswirkungen.
  2. Ich lehne durchaus Blogs ab. Wir sind derzeit bei 324 Mitgliedern und Hausnummer 422 - der Counter läuft erst seit Weihnachten. Sprich: Zwischen Weihnachen und heute sind 100 Anmeldungen erfolgt, aber nur knapp 30 zugelassen.
  3. Weil ich mir bewusst bin, dass man manches Blog nicht im Feed 'Neues' oder per RSS haben mag, kann man sie seit dem Relaunch ausschließen.

Ich habe es schonmal geschrieben: UberBlogr stellt nicht den Anspruch ein Kreis von Freunden zu sein, sondern ist ein Kreis zum Entdecken.

Auf der anderen Seite ist es aber auch ein Kreis, den ich nicht jeden Tag im Auge habe. Ich hab' auch noch ein Leben. Wen was stört, der meldet sich – so wie mthie – ab, oder einfach persönlich per Mail, Threads, Mastodon. Das nutzen übrigens durchaus Menschen …

Um es frei raus zu sagen: Ich lasse mir ungern vorhalten, ich täte nichts – wenn man vorher nicht mal gefragt hat.

Was ich tatsächlich nicht tue: Jeden Beitrag lesen. Und manchmal gibt es eben auch Wochen wie die letzten beiden, da komm ich nicht mal dazu irgendwas zu lesen – übrigens wegen meines lustigen Jobs im Marketing 😉

Netzwerk-Effekte und 'Entkopplung' – sehe ich überhaupt nicht als UberBlogr-Problem, weil UberBlogr weder ein Forum, noch ein Themen-Ring ist; mit welchem Recht schriebe ich Mitgliedsblogger:innen vor, wo sie sich rumtreiben, welche Foren sie besuchen oder in welche Gruppen sie sich "verkriechen"? Wer Austausch will schafft den in Kommentaren, dem Bloghexen-Forum, oder in IRC-Channels … da gibt es Plätze. Ich habe vor 20 Jahren ein Blogger-Forum betrieben, das brauch' ich 2026 mit all den rechtlichen Hürden, meiner begrenzten Freizeit und weniger Nerven für Quatsch nicht mehr. 😉 Oder was übersehe ich?

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13. Februar 2026

Eine wahllose Liste alberner Dinge, die ich hasse

Mann muss ja nicht über jedes Stöckchen springen, aber hey, wenn es um dumme Dinge geht, kann ich einfach nicht widerstehen … Daher danke für die Anregung. Allerdings sollte ich mir ein Limit setzen, oder? Sagen wir, 10?

  1. Eltern, die ihre Kindern keine Grenzen setzen können. Ich will deshalb nicht sagen "unerzogene Kinder", denn die Kids sind nie das Problem – es ist die Annahme der Erwachsenen, Kinder bräuchten Freiräume. Gehe ich mit, Freiraum hat aber da seine Grenzen, wo er meine überschreitet. Das Schlimmste an Kindern sind die (anderen) Eltern.
  2. Schnee. Bärghs.
  3. Müll in der Natur.
  4. Sprachnachrichten.
  5. Mittelsitze im Flugzeug.
  6. Menschen, die sich im Zug schon fünf Minuten vor Ankunft im Gang aufstellen …
  7. Blogs ohne Kommentarfunktion. Jaja, kontrovers, kontrovers. Am Schlimmsten sind solche, die Fragen in Titeln oder Beiträgen stellen und dann keine Kommentarfunktion haben. Sorry, aber ich schreib' dir jetzt ganz sicher keine E-Mail.
  8. Überbuchungen in meinem Kalender, weil Leute nicht wissen, wie sie Outlook bedienen können.
  9. Spülmaschine ausräumen (ich liebe es, sie einzuräumen).
  10. Dumme Menschen. Sind für mich Trigger Nummer eins. Damit meine ich Menschen, die weder antizipieren noch mitdenken wollen (gibt ja auch liebenswerte, die es nicht können). Die Ignoranz, dass man ein Gehirn besitzt ist das Schlimmste für mich.

Naaa… Stöckchen für dich?
Sag' gern in den Kommentaren Bescheid und wirf eine URL rein.

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12. Februar 2026

11. Februar 2026

Wartet mal eben kurz … meinen die das ernst?

Mit Fax-KI kann man „eine Frage oder Aufgabe per Fax an die Nummer 0531-490590019 [senden] und Fax-KI analysiert Ihre Anfrage, um Ihnen eine detaillierte Antwort direkt zurück an Ihr Faxgerät zu senden“. Das ist so ziemlich der deutscheste Dienst, den ich mir vorstellen kann.

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Bitte lass die Finger von KI, wenn…

Simon Berlin und Martin Fehrensen haben im Social Media Watchblog (SMWB) gestern Vorschläge für eine KI-Etikette aufgeschrieben. Und ich möchte die hinter der Paywall versteckten Dinge einmal ans Licht ziehen, weil sie verdient haben diskutiert zu werden (und ich ihnen zustimme).

Das SMWB ist kostenpflichtig, und die Arbeit hat verdient bezahlt zu werden. Deshalb zitiere ich die schlauen Gedanken der aktuellen Ausgabe hier nicht großflächig, sondern greife nur die Vorschläge von Simon und Martin und formuliere meine eigenen Gedanken.

Noch ein Satz, bevor wir loslegen: Ich äußere mich im Blog hier oft kritisch zu KI. Zuweilen mag es erscheinen, als sei ich ein fanatischer Gegner. Dem ist auf keinen Fall so. Claude Code gehört mittlerweile zu meinen täglich genutzten Sparing- und Entwicklungspartnern, ich nutze Perplexity für komplexe Recherchen und ich befürchte, Claude AI kennt mich mittlerweile besser als meine Familie. Hier im Blog gebe ich mir aber Raum, die (meine und eure) Nutzung zu hinterfragen. Das erscheint dann zuweilen überkritisch – liegt aber in der Natur der Dinge.

Also: Verzichte auf den Einsatz von KI, wenn…

Du Freund:innen oder Bekannten schreibst

Lange Mails und Briefe waren bisher ein Ausdruck von 'Du bist mir Zeit und Gedanken wert'. Doch „zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit kann ein Text der Empfänger:in mehr Aufwand abverlangen als dem Absender“, schreibt das SMWB. Und das ist bei Briefen wie bei Büchern: Wenn ich dir nicht die Zeit wert bin, wieso solltest du sie mir wert sein? Ich hab besseres verdient als KI-Slop – ich hab' deine Zeit verdient; ich bin kein ToDo, dass du dringend abhaken musst. Melde dich meinetwegen seltener, aber dann persönlich.

Du mit Kolleg:innen kommunizierst

Im vergangenen September prägten Forschende aus Stanford den Begriff 'Workslop' (hatte ich hier im Blog). Und dummerweise greift der massiv um sich. Selbst in meiner Firma ist das Satz „Ich hab' mal Chatty gefragt“ so dermaßen inflationär in Diskussionen zu hören mittlerweile, ich möchte in Tischkanten beißen. Leute, nutzt euer Gehirn – Chatty kann ich selbst fragen. Und deine ungefilterte KI-Kacke verlangt mir mehr ab, als dir – wieso soll das bitte fair sein, dein Nicht-Nachdenken mir aufzubürden? Klar, die Entwicklung wird von Unternehmen am Ende forciert, wenn man Microsoft CoPilot integriert, der auf Mails antworten soll, oder überall Chatbots einführt. Aber niemand kann dich zwingen … Insofern: Lass uns doch bitte am Arbeitsplatz nicht zu KI-Sklaven werden …

Menschen nicht eingewilligt haben, KI-Inhalte zu empfangen

Siehe Punkt oben: „Ich hab' mal Chatty gefragt…“ … nee, lass gut sein. Das ist, als würdest du mir vor die Füße kotzen.
Ähnlich halte ich es mit Newslettern und Online-Texten, die von KI erzeugt wurden und nicht kenntlich gemacht sind – ich komme mir dann einfach betrogen vor. Es ist vollkommen okay, die eigenen Dinge von KI checken zu lassen. „ChatGPT-Copypasta? Verschon uns bitte“, schreibt das SMWB und ich schließe mich an.

Der Prozess Teil des Ergebnis ist

„Wenn man Denken an LLMs auslagert, werden andere und weniger Areale im Hirn aktiv (SMWB) […] Auch wenn das Ergebnis gut sein mag, bleibt bei uns oft weniger hängen.“ Lesen, Verstehen, Schreiben – all das gehört zum Prozess des Verarbeitens, Denkens und des Entstehens dazu und ist immens wichtig. Ja, auch ich nutze KI-Zusammenfassungen – jedoch ausschließlich bei Themen, die mir weniger wichtig sind: Was der organgene Affe in Washington heute angestellt hat, muss ich nicht seitenlang lesen, dass kann die KI in drei Sätzen zusammenfassen. Wieso sich gerade alle über irgend eine Talkshow aufregen – here you go, Perplexity. Bei allem, was ich aber verarbeiten muss, investiere ich Zeit und lese mich durch …

Die Antwort richtig sein muss

Moderne LLMs konfabulieren seltener – trotzdem sind es eben keine Wahrheitsmaschinen, sondern Wahrscheinlichkeitsmaschinen. Bedeutet: Alles, was ein LLM dir erzählt, solltest du gegenchecken. Hervorragend lässt sich das an stritigen oder aktuellen Themen testen: Claude AI zum Beispiel fungiert als Lektor meines kleinen Newsletters. Regelmäßig weist es mich dann darauf hin, dass ein eine aktuelle Entwicklung fehlerhaft sei, oder korrigiert mich. LLMs kommen vor allem bei aktuellen Entwicklungen ins Straucheln. Das mag sich mittlerweile verbessert haben, wenn man sie konkret anweist zu recherchieren – aber wenn die Quellen mittlerweile zu einem bedeutenden Teil auch die KI-generierte Grokipedia von Elon Musk, YouTube Videos und reddit sind, sollte man den Kopf zumindest eingeschaltet lassen und die Ergebnisse kritisch prüfen.

Was meinst Du? Deal?

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9. Februar 2026

Elon Musk verschiebt das Ziel "Mars" auf "in 20+ Jahren".
Es ist 2.698 Tage her, als der kleine Elon versprach, SpaceX könnte 2028 seine erste Mars-Basis bauen.

Stattdessen will der reichste Mensch der Welt jetzt sich selbst replizierende Städte auf dem Mond bauen. (Link zu X)

… wenn ich in meinem Job nur halb so viel herbeifantasieren würde, wie der reichste Mensch … ich wäre meinen Job sehr rasch los.
Während ich als Spinner abgetan würde, ist Elon ein Visionär.
Was mich von ihm unterscheidet: Ich habe 800 Mrd. und wahrscheinlich 14 Kinder weniger – aber noch alle meine Gehirnzellen. ¯\_(ツ)_/¯

1 Kommentare / 9. Februar, 09:11 Uhr ↦

Meinung ändert keine Tatsache.

— Francesco Petrarca (1304–1374), Dichter & Gelehrter, der als erster 'zweckfreier Wanderer' gilt – er bestieg am 26. April 1336 gemeinsam mit seinem Bruder den 1.912 Meter hohen Mont Ventoux in der Provence; aus purem Vergnügen.

9. Februar, 00:23 Uhr ↦

8. Februar 2026

Das C in CDU steht für 'Coach'

Die CDU führt den Laden hier, als wäre er ein mittelständischer Hähnchenschlachthof im Sauerland. Sie weiß, wie man Menschen motiviert – wie Coach Kevin.

Anders kann ich mir nicht mehr erklären, was in dieser Partei vor sich geht.
Nachdem Merz und seiner Truppe das Bundesarbeitervolk schon als faul und zu oft krank beschimpft hat – das gefälligst mehr und länger arbeiten gehen und die Zähne selbst zahlen soll – kommt jetzt der nächste um die Ecke: Der aus wahltaktischen Gründen seit 11 Tagen im Amt befindliche CDU-Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt will die faulen Hartz IV-Säue zum Reichsarbeitsdienst antreten lassen. Straßen bauen fegen und sowas. (tagesschau)

… zumindest mal einen Sprachkurs belegen könnten sie, legt Schulze nach und impliziert damit, dass die meisten betroffenen wohl primär nicht integrierte Ausländer seien. (Screenshot: BILD)

Schulze hatte den Vorschlag schonmal im Januar gemacht. Da verfing er offenbar nicht wie gewünscht, weshalb er ihn trotz Kritik einfach jetzt als Ministerpräsident wiederholt.

Die CDU ist an Widerwärtigkeit mittlerweile nicht mehr zu überbieten. Das Framing, dem man sich bedient, um auszuloten wie weit man den Sozialstaat so in den kommenden Jahren trimmen kann, ist rechtem Populismus entlehnt und setzt Menschen schlichtweg herab.

So sehr wir die Debatte um Reformen um Rente, Sozialreformen und – eigentlich auch! – Vermögenssteuern brauchen; das Framing und die Worte mit denen die CDU diese führt lässt mich staunend zurück. Permanent tritt man nach unten und blickt auf den Bundesbürger nicht als mündigen Menschen, sondern zur Leistung verpflichtete Arbeitskraft zum Wohle des Bruttosozialprodukts. Und das alles, während Reallöhne sinken und Kapitalerträge steigen …

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