Weblog
2. Januar 2026
Deine Woche war scheiße? Hier ist meine.
"Vorsatz" ist ein ziemliches Kackwort um sich für das neue Jahr etwas vorzunehmen. Denn aus einem Vorsatz wird noch lange keine Tat. Ein Ziel indes ist etwas, dass erfüllt werden kann – muss. Und so ist eines meiner Ziele 2026 jedenfalls, mehr menschlichen Quark in meinen Teil des Internets zu gießen.
Eigentlich haben wir den Kampf gegen die KI im Netz ja bereits verloren. Selbst Instagram-Chef Adam Mosseri gibt mittlerweile (und hoffentlich zerknirscht) zu, dass es mehr Sinn macht, echt Inhalte zu markieren und vom Rest einfach davon auszugehen, dass er KI-gemacht ist.
Wenn 52% des (englischsprachigen) berichtenden Internets mittlerweile von KIs stammen und 20% dessen, was neue Nutzer auf YouTube sehen ebenso, dann bedeutet dieses nicht nur eine massive Zunahmen an Inhalten und Rauschen. Es bedeutet auch, dass wir zunehmend mehr Hilfe benötigen – zwischen all dem Mist hindurch zu navigieren.
Kuration wird wichtiger denn je – und wohl auch ein bisschen eine Superkraft.
Große Plattformen und Algorithmen sind nämlich nicht daran interessiert, was du konsumierst – sondern nur daran, dass du konsumierst. Währenddessen nimmt die schiere Masse dessen, was du konsumieren kannst überhand und die Zeit bleibt gleich.
Dem will ich mit meinem Quark etwas entgegen setzen. Handgemachter Quark, statt Industrie-Shit. Ha!
Jetzt nehme ich für mich nicht in Anspruch, besonders wertvolle Sachen zu lesen. Aber hey, das hier ist mein Blog und deshalb lasse ich künftig einfach einmal die Woche hier liegen, was ich so in dieser Woche bemerkenswert fand zu lesen.
In der ersten Ausgabe geht es um Merz und das Neujahr, Möglichkeitsmut, Science Fiction in Ost und West sowie Gelerntes.
Schauen wir mal, wohin das so geht in den nächsten Wochen… Der Namen 'Internet ist kaputt' ist hiermit zumindest mal gesetzt – als Resignation, Status, aber auch als Signal des Ausbruchs. Und ob das hier ein Newsletter wird, wer weiß.
IM INTERNETZ GEFUNDEN
#1
Die Sorgen von Merz sind nicht die der Bürger:innen, sondern der Unternehmen, das wird in seiner [Neujahrs-]Ansprache immer wieder deutlich. […] die Bürger:innen, sollten Merz' Ankündigung, „grundlegende Reformen“ angehen zu wollen, als Drohung verstehen – Neujahrsansprache von Merz: Kein Wort über die wirtschaftlichen Sorgen der Bürger (taz)
#2
Wer mit Möglichkeitsmut im Blick erstens Veränderung akzeptiert und zweitens Neugierde kultiviert, gewinnt damit Zuversicht zur Gestaltung – Nele erhebt den 'Möglichkeitsmut' zu ihrem 2026er Leitmotiv
#3
Echt oder kopiert? ist die letzte moralische Kategorie, ist eines der 25 Dinge, die Dirk von Gehlen 2025 gelernt hat, primär mit Blick auf das Digitale
#4
Tim Reinboth geht der Frage nach, wieso es im sozialistischen Osten weniger oft Dystopien als im kapitalistischen Westen gab: „Im Westen ging es um die Rakete, im Osten ging es um die Menschen in der Rakete“, zitiert er einen Buchhändler – und gibt anschließend acht Roman-Tipps
#5
Ich will seit Jahren ja mal etwas machen, was Nancy Friedman und – legendär fast schon – Tom Whitwell tun: Ende des Jahres 52 Dinge aufschreiben, die ich gelernt habe. Dafür müsste ich aber zum einen nicht nur immer dieses Wer Wird Millionär-kompatible Häppchen-Wissen speichern wie ein Schwamm, dass mich stets überrascht, wenn es nach vorn kommt. Ich müsste es vielmehr auch einmal aufschrieben. Soll ich das mal tun…?!
DIESE WOCHE GELERNT
… ist ein geklauter Fakt aus der obigen Liste von Nancy Friedman – und witzig, weil der Waschbär im neuen Design dieses Blogs hier eine Rolle spielen wird: „In French, a raccoon is a raton laveur: a washing rat“ – eine 'rat ón laveur': 'Waschratte' ist zu süß.
NEULICH GELESEN
Ich habe dieser Tage 'Die letzte Generation' von Arthur C. Clarke fertig gelesen. Ein Science-Fiction-Klasser von 1953, dem man lesend das Alter überhaupt nicht anmerkt. Die Story: Auf der Erde landen Aliens, die Frieden und ein Schlaraffenland bringen. Sie hegen keine finsteren Gedanken, sondern wollen der Menschheit helfen, sich weiterzuentwickeln.
Ein bisschen Esoterik ist dabei, aber einen spannenden Aspekt im Buch fand ich die Frage: Was passiert eigentlich mit uns, wenn für alle Grundbedürfnisse gesorgt und weder Arbeit noch Antrieb notwendig wären?
„Seit die Overlords gekommen sind, ist nichts wirklich Neues geschaffen worden. Die Ursache liegt auf der Hand. Es gibt nichts mehr, wofür man kämpfen muss, und es gibt zu viel Ablenkungen und Zerstreuungen.“ … ich komme in der aktuellen Welt nicht umhin, an KI denken zu müssen.
GERADE GESEHEN
Bis 27. Januar 2026 kann man in der Mediathek noch Marc Bauders „Wer wir waren“ sehen – darin blicken sechs Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen auf die Welt und ihre Sicht zum Fortbestand der Menschheit. Jetzt kein unbedingt positiver Blick, aber wichtig. /via
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28. Dezember 2025
Vor drei Jahren habe ich aus einer Schnapsidee einen Webring gegründet. Ende 2025 ist der nun mittlerweile fast 300 Blogs groß – Grund genug, ihm ein neues Gesicht und neue Features zu spendieren: UberBlogr V3 ist da.
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27. November 2025
Eigentlich. Eigentlich war die Phase meiner kritischen KI-Rants ja beendet. Aber ich muss das Thema kurz nochmal aufmachen. Sorry. Denn: Hendrik fiel auf, dass ein neueres Mitglied im UberBlogr Webring kein persönliches Blog, sondern ein KI-generiertes war.
Nun hatte ich ja erst vor ein paar Tagen das Thema, ob man wirklich KI in einem persönlichen Blog benötigt. Und während ich es nicht mag, kann ich akzeptieren, dass Mitglieder im Webring Large Language Modelle als Hilfe in ihrem Blog einsetzen.
Was ich allerdings nicht akzeptieren mag, sind vollständig von der KI generierte Blogs. Und noch weniger, wenn sie sich als Mensch ausgeben. Nur im Impressum stand dann winzig, dass das hier alles zwar 'fachlich' okay sei, aber eben das Drumherum nur ausgedacht.
Die Frage ist natürlich: Wie weit darf eine Spielwiese Spiel sein. Und am Ende macht es die Frage auf, ob ein gänzlich fiktionales Blog grundsätzlich okay ist im Ring, oder ob die Grenze KI ist – und zu welchem Grad?
Ich habe UberBlogr gegründet, weil ich es einfach machen wollte in einem Netz voller geschlossener Plattformen und abnehmender Sichtbarkeit einen Platz zu schaffen, in dem persönliche Blogs ein bisschen Sichtbarkeit und Vernetzung erfahren. Ich würde gern vermeiden, dass dabei Inhalte repräsentiert werden, die als 'AI Slop' zunehmend das Internet vermüllen, statt ihm menschliche Kreativität hinzuzufügen – das, was für mich immer der spannendste Aspekt des alten Internets ausmachte.
Die Kommentare sind offen.
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2. November 2025
Am Samstag zwei Stunden mit dem Rad unterwegs, übers Wochenende ein paar kleinere Spaziergänge mit dem Hund. Und den Rest der Tage habe ich damit verbracht, virtuell ein bisschen aufzuräumen und Projekte zu sortieren.
All den Kleinkram sammle ich künftig auf LAB09.
Die ersten Sachen sind umgezogen – more to come.
Zudem sind einige Sachen neu gelabelt.
Die Ausbeute des Wochenendes
UberBlogr hat eine neue "Neuste Beiträge"-Liste mit frischem Design – bisschen größere Schrift, bisschen luftiger, zudem hat jetzt jedes Weblog sein Favicon als Icon. Besuchte Links werden jetzt zudem grau dargestellt.
pause.gigold.de ist jetzt 'Follow The White Rabbit' auf LAB09. Das Logo braucht ein bisschen Feintuning, aber so passt es erstmal. (Korrigiert mit Webfont & SVG)
thiswebsitekillsfascists.gigold.de ist jetzt www.Pixel-Gegen-Rechts.de – mit einigen frischen Buttons.
Eigenes Archiv: In den letzten Jahren gab es auf www.x-ploration.de das Weblog-Archiv meines alten Weblogs bis 2016. x-ploration.de war meine erste eigene Domain; und bleibt auch im Bestand. Die aber nicht genutzte WordPress-Installation habe ich in Rente geschickt. Außerdem habe ich die Gelegenheit genutzt, um auf dem Server mal alte Datenbanken zu räumen.
Schon in den letzten 2 Jahren gab es auf archiv.gigold.de die Übersicht über alte Weblog-Beiträge; bspw. nicht mehr verfügbare Beiträge meines Blogs AutoKarma. Die Seite ist jetzt frisch – sie linkt jetzt nicht mehr auf x-ploration, sondern nutzt die alten zusammengeführten Tabellen _posts und _comments meiner alten Blogs, um ein Archiv inklusive Kommentaren anzuzeigen. Simplifiziert, durch-scrollbar. Mal sehen, ob ich auch alte Twitter-Beiträge mit dort rein nehme … Klingt nach einem weiteren Bastel-Abend im Winter.
Medienrekorder: Außerdem schicke ich mein Letterboxd, Goodreads und das alte Script meiner persönlichen Linkhalde in Rente. Filme & Serien, Bücher und Links sammle ich künftig auf recorder.gigold.de – das ist jetzt ein Platz für Alles; ich werd' die Sachen aus den anderen Plattformen Stück für Stück importieren.
Nächstes Wochenende widme ich mich mal einem Projekt-Versprechen, dass ich neulich mal gab … mal sehen, was dann sonst noch im Winter dazu kommt. Ich hab' in den letzten Wochen wirklich recht viel Freude daran, wieder ein bisschen mehr Webbastelei zu betreiben.
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8. September 2025

Vor 20 Jahren begann der ganze Schmonz … Mit einer kleinen Ecke auf der Tribüne des BMW Stands auf der IAA. Mein erster bezahlter Job als Blogger. Ab da ging es steil bergab und irgendwie landete ich in einer Agenturkarriere. 😂
Spaß. 20 Jahre danach könnte ich über die 2 Wochen IAA 2005 und was sie starteten nicht glücklicher sein.
Neben mir: Herr Wirres. Bild von Dominik.
Und dann fielen mir via flickr noch ein paar Bilder zu.

Namen und Gesichter, die man fast schon wieder vergessen hatte. Moe, Oliver, Robert, …
20 Jahre. Ein halbes Leben – wahrlich, denn ich war 2005 gerade einmal 24 Jahre.
Die IAA bestimmte ab 2005 im Grunde lange meinen beruflichen Rhythmus: immer wieder kehrte ich zurück; jahrelang persönlich und später mit Social-Media-Projekten, -Teams und -Aufgaben. 2025 hatte ich im Vorlauf nur am Rand mit ihr zu tun. Und werde diesmal auch nicht nach (jetzt) München reisen – nicht beruflich, nicht privat. Nach 20 Jahren ist auch mal gut. Ein Großteil des Teams, mit dem ich täglich zusammenarbeite, wird ab heute jedoch da sein. Ich drücke die Daumen, dass alles gut läuft – professioneller und mit besseren Kameras als Anno 2005 wird es allemal. 😉
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6. September 2025
Happy Birthday! UberBlogr ist heute 3 Jahre alt – und 275 Mitglieder rund!
Fast hätte ich den Geburtstag verpasst. Ich freue mich riesig – und entdecke dank des Webrings nicht nur regelmäßig neue Blogs, sondern auch täglich neues Themen & Beiträge. ❤️ Ohne all jene, die mitmachen wäre das nicht möglich. Deshalb vor allem an euch: Danke & cool, dass ihr dabei seid!
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10. August 2025
Im Rahmen der #BlogWochen2025 ist das Thema gerade »25 Jahre Medienwandel – das Blog als Konstante?« … Und weil ich gerade über einen eigenen Beitrag von vor 19 Jahren stolperte sei das Thema hier einmal aufgegriffen.
Vor 19 Jahren und 3 Tagen starteten mein lieber Kollege Daniel Große und ich das GC Blog. Ein Auftrags-Blog für die Leipziger Messe, in dem wir die Games Convention und ihren Nachfolger begleiteten.
Auf Archive.org findet man noch den Schnappschuss vom August 2006.
Auf flickr.com gibt es noch zahlreiche Fotos, zumeist von Daniel.
Wir haben die Games Convention bis 2011 – dem Ende ihrer Nachfolge-Veranstaltung – in Leipzig gecovert.
Ich habe an die Zeit nur großartige Erinnerungen. Das schließt aber nicht nur die Games Convention ein, sondern zahlreiche Veranstaltungen von Frankfurt über Leipzig, Dortmund, Detroit, Shanghai und Peking, Los Angeles, … Das kommerzielle Bloggen für Firmen hat mich von 2005 bis 2020 an viele Orte gebracht. Die Zeit der Messen in Leipzig aber ist eine ganz besondere – nicht nur, weil ich hier Zuhause bin. Der Hauptgrund sind das tolle Team der Messe und natürlich mein Partner in Crime Daniel gewesen.
Über die Jahre hat sich unser Angebot und Tun als kommerzielle Blogger gewandelt. Wir haben 2006 mit "normalem" Bloggen angefangen: Text, Bild, fertig. Mit der Zeit kam Social Media hinzu, dann – ich glaube sogar schon 2007 – Podcasts. Und schließlich Video. Der Kern aber war immer ein Blog.
… eigentlich, Daniel, sollten wir für das 20-jährige nächstes Jahr mal einen Podcast machen in dem wir uns gemeinsam an diese Jahre erinnern!
Natürlich habe ich persönlich nicht mit kommerziellen Blogs angefangen. Irgendwann 1999 fing ich mit einem "Tagebuch" im Netz für Freunde an. Dann Ende 2000 entdeckte ich die erste Blogsoftware. Meinen "Bloggeburtstag" mit diesem kleinen privaten Blog hier feiere ich am 5. Januar 2001. Seitdem schreibe ich regelmäßig ins Netz – von 2005 bis 2017 habe ich mein Geld mit Bloggen verdient – quasi als Content Creator, nur eben nicht auf Instagram sondern in Blogs.
Dann wollten plötzlich alle nur noch Video machen … und das ist nun nicht das Format mit dem ich mich wohl fühle. Ich habe seitdem viele Videoproduktionen gemacht; stets aber hinter der Kamera. Ich fühle mich vor der Kamera eher ein bisschen seltsam.
Bloggen aber ist seit Jahrzehnten etwas, dass mich ausmacht. Ins Netz schreiben.
Über Spiele, Hobbys, Autos, Medien, … Die Projekte waren zahlreich, die Erlebnisse ebenso. Bloggen ist eine unumkehrbar Facette meines seins – beruflich wie privat. Ohne Bloggen hätte ich manche Menschen nicht kennengelernt, manche Jobs nicht gemacht, manche Meinung nicht geäußert.
Für mich waren Blogs nie "aus der Mode" – sie waren immer da. Seit einigen Jahren vielleicht nicht mehr so reichweitenstark wie einstmals. Zur Realität gehört, dass sich das Internet von einem Textmedium zu einem für Bild und Video entwickelt hat. Und ich bin auch keine 20 Jahre mehr, sondern mittlerweile 44 – da gibt es sicherlich spannendere Ecken im Netz, als ein mittelalter Mann der von Früher schreibt.
In der deutschen Blogwelt gab es schon einige male eine "Blogs kommen wieder"-Welle. Ich glaube nicht dran. Aber ich erfreue mich an ihrem Nischendasein; ich liebe diese nerdigen Ecken im Netz in denen wir zusammen hocken und an unseren Blogs basteln!
Andere alte Männer erinnern sich: Robert, Henning, to be continued.
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Ich habe eine neue, kleine Spielerei: ⏸️ Pause.
Ab und an empfehle ich in meinem kleinen Social-Media-Newsletter sieben:30 kleine Spiele und witzige Internet-Seiten. Die wandern künftig auch in ein kleines Archiv das Du per Zufall entdecken kannst.
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21. Juli 2025
Ich bin fassungslos. Da berichtet Piehnat vom Verlust eines Menschleins & bekommt dann solche Rückmeldungen:
Der Webring ist für lustige, erklärende und vor allem positive Dinge, was raffst du daran nicht? Negativen Dreck und Hass kannst du auf Twitter verbreiten!
Ich widerspreche dem aufs Härteste. UberBlogr hat keine inhaltlichen Regeln, Themenvorgaben oder Begrenzungen. Hier versammeln sich Menschen mit ihren privaten Blogs, und jedes ist reich an Facetten - dazu gehört manchmal auch Schmerz.
Wer damit nicht umgehen kann und dann so reagiert sollte dringend seinen Kompass für Menschlichkeit prüfen.
Mein Beleid an Piehnat und seine Familie.
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17. Juli 2025
Ein bisschen Kindergarten ist Bloghausen ja immer wieder mal. Ich blogge seit fast 25 Jahre und habe jede Menge Diskussionen kommen und gehen sehen. Dabei wurden schon vor 20 Jahren teilweise harte Meinungen gedroppt, Menschen kamen aneinander, … Manch Blog oder auch Beziehung ist daran zerbrochen, manch andere gewachsen. Und die meisten sind nach ein paar Wochen im digitalen Nirgendwo verschwunden, wurden vergessen und dann begann man mit einem anderen Thema von vorn.
Also…
Neulich, da schrieb der Oliver übers Gendern. Dafür bekam er sowohl Gegenwind als auch Zustimmung. Manch Kommentar wurde geschrieben und Blogbeitrag. Manch hartes Wort wurde benutzt. So ist das halt. Da sagt dann jemand aufgrund eines Beitrags eben auch mal "Ich lese das Blog nicht mehr" und zeigt, wie man ein Blog aus dem RSS-Reader und auch aus dem ÜberBlogr–RSS-Feed ausblenden kann. Das ist legitim, aber mancher sieht darin eine „Beschränkung der Meinungsfreiheit“. Wegen all der Gemengelage treten Menschen nun aus dem UberBlogr-Webring aus.
Gut. Ich arbeite mich mal durch.
Und für den Fall, dass ich etwas missverstanden oder verpasst habe, meldet euch in den Kommentaren. Ansonsten ist das hier eher mal eine Reflexion dessen, was ich mir als Betreiber von UberBlogr & basierend auf ein paar Blogbeiträgen so denke.
1
Das Thema Gendern wird hochemotional besprochen. Olivers Ablehnung zum Thema hat für einige Wellen gesorgt – Gegenwind wie Zustimmung. Ich bin ein Fürsprecher von Gendern und habe in den Kommentaren bei ihm versucht darzulegen weshalb.
Man kann andere Meinungen haben, was nicht bedeutet, dass ich Oliver deshalb für einen Rechten oder "dummen" Menschen halte. Das Thema kann man mit Pro- und Contra-Argumenten versehen - oder man kann es einfach ignorieren.
2
Persönlich werden muss man in Diskussionen nie - das zeugt weniger von Argumenten als dem Ausgehen solcher. Sprich: Man muss deshalb niemanden beleidigen, bedrohen etc. Auf Blogs geht es in der Regel vielleicht gesitteter zu als in den typischen Social Media Netzwerken - es sei denn, du stichst in das richtige Wespennest.
3
Es ist legitim und sich selbst gegenüber achtsam, ein Thema oder Menschen zu ignorieren bzw. auszublenden, wenn man sich an ihm oder seinen Themen stört. Wie ich hier schon schrieb: Ignoranz ist eine Superkraft, keine Beleidigung.
Ich blende beispielsweise auf Threads und Mastodon gewisse Menschen oder Worte wie "Springer" und "Fussball" aus. Es beschränkt niemandes Meinungsfreiheit, wenn ich das tue. Vielmehr ist es Achtsamkeit für mich.
Dass jemand Inhalte für sich aus den via UberBlogr bereitgestellten RSS- oder Social-Feeds ausblendet ist vollkommen legitim. Es gibt die Funktion der personalisierten Darstellung bereits im Code von UberBlogr, sie ist nur noch nicht aktiviert.
4
Meinungsfreiheit bedeutet nicht, dass jeder alles lesen muss. Oder jeder allem zustimmen muss. Meinungsfreiheit bedeutet, dass man alles sagen kann. Es schließt nicht mit ein, dass jemand zuhören muss. Es bedeutet hingegen aber, dass Menschen es kritisieren, dem nicht zustimmen, dich für einen Deppen halten oder dich danach ignorieren können. Damit muss man dann eben leben.
5
UberBlogr ist ein Content-Verteiler, keine strenge Community. Der Webring als solcher hat weder Community-Funktionen noch Community-Regeln. Er hat aber auch keine Meinung, keine Agenda, oder irgend einen Algorithmus, der Bias verstärken könnte. Mir ist bewusst, dass Mitglieder aus verschiedenen Themengebieten, mit verschiedenen Ansichten im Ring sind – gerade die bunte Mischung, die es ist, sehe ich als Bereicherung an. Weil mich die Inhalte des Rings jeden Tag erneut über meine eigene Bubble hinaus tragen. Ich sehe keinen Grund daran etwas zu ändern.
Kann man trotzdem auf den Ton achten? Na klar. Aber das Ding ist ja auch: Jede:r Blogger:in ist Herr über das eigene Reich - ich kann da den Ton anlegen, den ich will. Und wenn jemand in einer Überschrift „Leckt mich“ schreibt, dann im gleichen Beitrag aber den Umgangston anderer Blogger anprangert, dann finde ich das ein bisschen lustig.
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Sowohl Oliver als auch Horst haben den Webring verlassen, weil sie mit der Diskussion um die ganze Gendersache nicht happy sind. Kommen und Gehen steht jedem Mitglied frei. Man muss das nicht mal episch begründen.
BERÜHMTE LETZTE WORTE
Alles muss heute ein Kulturkampf sein. Haltet doch einfach mal den Ball flach.
PS
Wer übrigens Dinge hat, die einen am Webring nerven, der kann mir jederzeit eine Mail schreiben. Manch einer wünscht sich Filter, manch einer sieht darin das Ende der Sinnhaftigkeit des Rings. So ist das manchmal. Grundsätzlich ist mein Mail-Postfach offen - da kann man gern Post hinschicken, wenn einen was an dem Projekt UberBlogr frustriert, man Vorschläge hat oder Kritik. Dass mir manch einer da in den letzten Tagen dann Mails schickt die förmlicher als der letzte Brief an den Vermieter sind, irritiert mich altes Internetmäuschen dann zwar mitunter, aber hey …
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